Als im Jahre 1541 ein Binger Zollschreiber am Rheinufer eine kleine „Treidelstation“ erwarb und einen Gasthof eröffnete, konnte noch niemand die ungewöhnliche Zukunft dieses Ortes vorhersehen. Dort, wo man die Pferde wechselte, die vom Ufer aus mit Seilen die Schiffe stromaufwärts zogen, wurde nach über zwei Jahrhunderten im Jahre 1808 das Wirtshaus „Krone“ eröffnet. Mit dem Beginn der „Rheinromantik“ begann, ganz besonders für das Hotel „Krone Assmannshausen“, nun eine beispielhafte Geschichte, die bis zum heutigen Tage die Besucher verzaubert.

Die historischen Glasfenster sind eines der am meisten fotografierten Motive in der Krone. Wagen Sie doch bei Ihrem nächsten Aufenthalt mal einen Blick auf diese kunstvollen Arbeiten – und lassen Sie sich von ihrer Schönheit verzaubern!

Unter Glasmalerei versteht man heute in erster Linie die Herstellung farbiger Fenster mit bildlichen Darstellungen. Im Hochmittelalter wurden die Klosterfenster der Zisterzienserabteien auch in Grisaille-Technik (grau und weiß) ausgeführt. Die Wirkung entsteht durch das durchscheinende Licht. Die Glasmalerei hat einen besonderen Stellenwert in der Malerei, denn keine andere Malart kann eine so hohe Farbleuchtkraft und so große Helligkeitsunterschiede zeigen wie ein durchsichtiges Glasbild. Kontrastumfang und Farbbrillanz sind noch stärker als beim Diapositiv im Vergleich zum Papierfoto. Die Farbenpracht erzeugt eine mystische bis feierliche Stimmung und wird deshalb überwiegend im sakralen Bereich verwendet. Als Teil großer Gesamtwerke steht die Glasmalerei im Dienste der Architektur.

Mit der Signatur „Glasmalerei Albert Zentner Wiesbaden“ zeichnet Zentner seine Fenster meist links oder rechts am unteren Rand. Wer mit ein wenig Geduld im Internet recherchiert, findet die auffallend leuchtenden Glasfenster von Albert Zentner auch in der evangelischen Kirche von Medenbach (Christusbild „Ecce homo“), in der Kreuzkapelle Bad Camberg oder im Großherzogtum Luxemburg als Teil der Innenausstattung des Klosters Marienthal in der Gemeinde Tuntange oder in der Kapelle des Altersheims Saint-François in der Landeshauptstadt Luxembourg. Allesamt um 1900 hergestellt.

Auch die auf Ende der 1920er Jahre datierten Rundfenster mit Bildnissen des St. Georg und St. Canisius im Eingangsbereich der katholischen Kirche St. Laurentius in Presberg sind Werke von Zentner.

Der Dichter Ferdinand Freiligrath hat nicht nur in der Literatur Spuren hinterlassen, sondern auch in der Krone Assmannshausen. Im Jahr 1844 wohnten Ferdinand und Ida Freiligrath in der Krone Assmannshausen. Hier vollendete Ferdinand Freiligrath sein „Glaubensbekenntnis“, in dem er schrieb:

„Zu Assmannshausen in der Kron,
Wo mancher Durst`ge schon gezecht,
Da macht ich gegen eine Kron`,
dies Büchlein für den Druck zurecht.“

Zu Ehren des Dichters kann unser Museumszimmer besichtigt werden, in dem der Sekretär des Dichters steht.

Ferdinand Freiligrath wurde als Sohn des Lehrers Johann Wilhelm Freiligrath geboren. 1825 verließ er das Detmolder Gymnasium und erlernte von 1825 bis 1832 in Soest im Geschäft eines Verwandten den Beruf des Kaufmanns. Zugleich versuchte er sich mit ersten Versen und huldigte schwärmerisch „den schönsten Bewohnerinnen Soests“. 1832 übernahm er eine Korrespondentenstelle in Amsterdam. 1837 bis 1839 war er als Kaufmann in Barmen tätig. Im Jahre 1839 begann in Unkel am Rhein, wo noch heute das Freiligrathhaus an diese Schaffensperiode erinnert, sein Leben als freier Schriftsteller.